Verpackungsfrei Einkaufen in der NaturQuelle

Elisabeth und Johannes Lödler im Interview mit Markus Messerschmidt

Markus: Seit wann gibt es die NaturQuelle und was kann man sich darunter vorstellen?

 

Elisabeth: Die Naturquelle, mit mir als Inhaberin, gibt es seit 1. Februar 2019. Der Name NaturQuelle wurde von unserer ältesten Tochter erfunden. Dass Natur im Namen vorkommen soll, war uns von vornherein klar. Mein Mann [Johannes] hatte einen Vorschlag, doch irgendwie war der Name nicht ganz rund. Und als wir am Familientisch darüber beratschlagten, rief unsere Tochter plötzlich: „Und warum nennt ihr es nicht einfach NaturQuelle?“ Somit hatte unser Projekt einen Namen gefunden. Mit „Gutes für Körper, Geist und Seele“ soll den KundInnen vermittelt werden, dass sie bei uns Lebensmittel, pflanzliche Heilmittel, Vorträge und Weiterbildungen - kurz alles was unsere KundInnen zum Wohlfühlen und Gesund-Bleiben bzw. -Werden auf allen drei Ebenen benötigen - bekommen.

 

Johannes: Was uns auch besonders auszeichnet ist, dass wir uns gerne Zeit für unsere KundInnen nehmen. Wir hören zu und beraten. Auch geben wir gerne Tipps und vermitteln Kontakte zu ExpertInnen.

 

Markus: Seit kurzem gibt es wieder etwas ganz Neues bei euch!

 

Elisabeth: Ja! Unsere KundInnen kennen es bereits. Stillstand gibt es bei uns nicht. Wir verändern uns laufend. Unser Sortiment, unsere Einrichtung und selbst unsere Räume bleiben nicht gleich. So gibt es seit 2. September 2019 einen eigenen Raum, wo nur verpackungsfreie Lebensmittel angeboten werden.

 

Seit Anfang an gab es bei uns Lebensmittel, die wir in größeren Mengen eingekauft haben und für unsere KundInnen offen weiter verkauft haben. Mit der Zeit kamen immer mehr Lebensmittel dazu. Vieles auf Wunsch unserer KundInnen. Somit wurde unser Regal, in dem wir die offenen Lebensmittel angeboten haben, schnell zu klein und die Idee entstand, einen eigenen Raum dafür einzurichten.

 

Markus: Wie kann ich mir einen verpackungsfreien Einkauf in der NaturQuelle vorstellen?

 

Elisabeth: Du kommst entweder gleich mit deinem eigenen Gefäß (Glas, Flasche, Tupperware, Stoffsackerl, Papiersackerl, was auch immer) zu uns oder du kannst dir bei uns ein Glas erwerben. Für dieses Glas bezahlst du Pfand und du kannst es uns wieder zurückbringen - und wenn nicht, hast du es gekauft. Für größere Mengen haben wir auch Papiersackerl da, da unsere Gläser nur max. 800g Getreide fassen. Der Kunde bzw. die Kundin sagt uns was er/sie gerne hätte und wir befüllen das Behältnis.

 

 Johannes: Für mich ist das auch wichtig, dass das (wir befüllen die Behältnisse, nicht der Kunde selbst) so bleibt. Wir haben überlegt, ob wir unseren Raum so optimieren, dass die KundInnen ihre Gefäße selbst befüllen und wir nur mehr kassieren brauchen. Darunter würde jedoch der persönliche Kontakt zu den KundInnen leiden. So kommen wir mit den KundInnen ins Gespräch. Und ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass wir durch diese Art von Verkauf wiederum Plastik sparen. Denn wir bieten unsere Lebensmittel in großen Gläsern, Blechdosen oder Papiersäcken zum Verkauf an. Die herkömmlichen Zero-Waste Spender sind nämlich auch aus Plastik, welches wir ja vermeiden wollen. Wir hatten die Idee, Spender aus Holz bei uns in der Region anfertigen zu lassen. Im Moment ist das jedoch noch nicht umsetzbar.

 

Elisabeth: Natürlich braucht das verpackungsfreie Einkaufen ein bisschen mehr Zeit. Aber bis jetzt haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere KundInnen diese Zeit mitbringen, wenn sie zu uns einkaufen kommen.

 

Markus: Welche Lebensmittel kann ich in der NaturQuelle zurzeit verpackungsfrei einkaufen?

 

Elisabeth: Obst und Gemüse der Saison, diverses Getreide wie Dinkel, Weizen, Emmer, Einkorn, Hafer, Gerste usw. im ganzen Korn. Reis, Hirse, Buchweizen, Quinoa. Diverses Mehl, Flocken, Nüsse, Trockenfrüchte, aber auch verschiedene Essigsorten, Tamari und Ume Su.

 

Des Weiteren an die 30 verschiedene Gewürze,  sowieTees und auch Superfoods wie Spirulina, Acerola, Gerstengras, Dulse Algenpulver.


 

Aber nicht nur Lebensmittel, auch Reinigungsmittel von der steirischen Firma Pach können bei uns nachgefüllt werden.

 

Johannes: Die Anzahl an Lebensmittel und die Vielfalt erweitert sich laufend. Zumal wir auf die Wünsche unserer KundInnen eingehen und bei entsprechender Nachfrage gerne bereit sind, weitere Lebensmittel in unser Sortiment aufzunehmen. Viele unserer Produkte gibt es mittlerweile auch online zu kaufen.

 

Markus: Was steckt hinter der Idee, Lebensmittel verpackungsfrei anzubieten.

 

Elisabeth: Natürlich der Grundgedanke, Müll - speziell Plastikmüll - zu vermeiden. Auch ist es uns wichtig, dass Lebensmittel nicht verschwendet werden: Unsere KundInnen bestimmen selbst, wieviel sie von den Lebensmitteln brauchen - eine alleinstehende Person benötigt natürlich andere Mengen an Lebensmittel wie eine Großfamilie. Darauf können wir beim Einkauf Rücksicht nehmen: Es kommt das auf die Waage, was unsere KundInnen auch wirklich brauchen.

 

Johannes: Natürlich spielt auch die Diskussion um Mikroplastik eine Rolle. Wenn wir größere Mengen einkaufen können, bekommen wir vieles in Papiersäcken geliefert. Somit kann bei etlichen Lebensmitteln eine plastikfreie Lagerung von Anfang an sichergestellt werden.

 

Markus: Woher kam die Idee bzw. Inspiration, so viel wie möglich mit wenig oder ohne Verpackung anzubieten?

 

Elisabeth: Ich habe mir in Graz das "Gramm – Einkaufen nach Maß" angeschaut und bin mit der Ladenbesitzerin ins Gespräch gekommen. So habe ich eine Vorstellung bekommen, wie wir es auch in der NaturQuelle anbieten können. Besonders die Idee mit den Pfandgläsern fand ich für uns wichtig.

 

Markus: Was wird sich in der NaturQuelle in Zukunft zum Thema verpackungsfreies Einkaufen tun?

 

Elisabeth: Bestimmt werden wir noch viele weitere Lebensmittel verpackungsfrei anbieten. Des Weiteren werden wir, um die Lagerung und das Abfüllen von Gewürzen und Tees zu optimieren, Blechdosen ankaufen. Und wie wir das jetzt einschätzen können, wird es nicht bei einem Raum "verpackungsfrei Einkaufen" bleiben. Früher oder später wird sich das Konzept auf den weiteren Verkaufsraum ausbreiten.

 

Bei allen Lebensmitteln, die im Moment noch nicht verpackungsfrei erhältlich sind, achten wir verstärkt darauf, LieferantInnen zu finden, die ihre Waren in alternative, Papier- oder recyclebare Verpackungen liefern. Auch bemühen wür uns um regionale Alternativen für unser Sortiment.

 

Markus: Wie kann ich mir den Online-Versand "verpackungsfrei" vorstellen?

 

Johannes: Wir verzichten soweit wie möglich auf Plastik und andere Verpackungsmaterialien. Bei der Online-Bestellung können unsere KundInnen selbst die Mengen angeben, die wir in Gläser oder in Papiersackerl abfüllen. Eingepackt und versendet werden sie in gebrauchten Schachteln, die wir entweder von unseren LieferantInnen, aber auch von KundInnen bekommen. Anstelle von Plastik verwenden wir Packpapier als Füllmaterial.

 

Markus: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Elisabeth und Johannes: Wir danken!


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